Richtig online bewerben

Nachdem ich mich eben (als Arbeitgeber) durch 500 Online-Bewerbungen gekämpft habe, weiß ich Bescheid: Online Bewerbungen sind zwar eine gute Idee, aber gut machen es die Wenigsten.

Da eine Online Bewerbung vergleichbar mit einem E-Mailing/Newsletter ist, folgen hier unbezahlbare Tipps:

  1. Betreffzeile:
    Wenn möglich, dann nicht die Betreffzeile verwenden, die übrigen 499 Bewerber eingesetzt haben. Glauben Sie mir, wenn man 487 mal „Bewerbung Marketing Manager“ gelesen hat, freut man sich über jede andere Kennzeichnung.

    So fallen zum Beispiel integrierte Namen („Bewerbung Max Mustermann als Marketing Manager„), abgewandelte Formate („B E W E R B U N G Marketing Manager„) oder neugierigmachende Aussagen („Wow: Bewerbung Marketing Manager„) sofort auf und können dann auch anschließend schneller wieder gefunden werden.

  2. Inhalt E-Mail:
    • Bitte NICHT das ganze Anschreiben in die E-Mail packen, sondern als Anhang dranhängen. Sie wissen NICHT in welchem Format die E-Mail beim Arbeitgeber ankommen. Die Lesbarkeit der unformatierten Texte mit fehlenden Zeilenumbrüchen törnt ab.
    • Bitte NICHT per paste&copy arbeiten. Beim Absenden schaut die Mail noch toll aus. Auf der anderen Seite wird man ruckzuck erkennen, ob die Mail gestückelt und wie hoch der Individualisierungsgrad ist. Im Zweifelsfall den ganzen Text erstmal in einen Text Editor kopieren und dann in die Mail packen.
    • Statt dem Standardtext „… ich bewerbe mich um die von Ihnen bei XXXX ausgeschriebene Stelle als Marketing Manager. Mein Anschreiben und meinen Lebenslauf habe ich beigefügt, für weitere Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung …“ sticht auch hier ein individueller Einleitungssatz hervor. Z.B. „… WOW! Frei nach Tom Peters möchte ich mich …
    • Ähm, KiloMegabyte-Größe der Dateianhänge: Bitte auf keinen Fall mehr als 5 MB über den Internet-Äther senden. Die wichtigsten Anhänge reichen – je nach Stellenausschreibung. Bei einem angehenden Marketing Manager sind das Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse. Und nicht Grundschulergebnisse und Schützenzertifikate! ist der Arbeitgeber neugierig, wird er schon fragen.
    • Dateianhänge zu zippen ist zwar kb schonend. Die Personal Abteilung hat nun aber 2 Klicks mehr zu tun. In einem Online Shop spricht man von 30% Absprungrate nach jedem Klick. Sie verstehen?
    • Bitte die Dateianhänge so benamen, dass der Gegenüber diese auch zweifelsfrei versteht.
    • Bitte Dateianhänge vor Versenden selbst versuchen zu öffnen. Es ist sehr bedauerlich, wenn auf Arbeitgeberseite eine Datei nicht zu öffnen ist. Und vertrauen Sie nicht darauf, dass sich der Arbeitgeber die Mühe macht nachzuhaken.
    • Auf gar keinen Fall so etwas schreiben: „… Ehe ich Ihnen meine Bewerbung sende, wollte ich fragen, ob die Stelle noch frei ist …„. Diese mail landet mit einem „ho, ho, ho“ im virtuellen Mülleimer. 100% Ignoration!
  3. Inhalt Bewerbung:
    Wenn man all die formellen Hürden geschaffen hat, kommt freilich alles auf den Inhalt an. Hierfür gibt es aber genug andere Stellen, bei denen man sich schlau machen kann.

    Ich sag nur: „Individualität ist eine sehr gute Idee!“

Haben Sie weitere Tipps oder gute Ideen? Konnten Sie die oben angeführten Ideen erfolgreich anbringen? Gab es eventuell darauf sogar ein feedback des Arbeitgebers?

Derweil wünsche ich viel Erfolg bei Ihrer nächsten Bewerbung.

Autor: Ideen-GBär

Better ideas, better results!