Anti Nestlè Kampagne

Ein sehr offensiver Spot von Greanpeace zum Schutz des Urwalds und seiner Bewohner kreist derzeit im WWW. Bemerkenswert, welche Intensität man dabei abbildet:

Der Zorn auf Nestlè wird sicherlich sehr geschürt und das Reputation Management der Firma ist nicht besonders glorreich damit umgegangen. Auf Facebook hagelt es ordentlich Kritiken und interessante Hinweise, wer Greenpeace zu diesem Spot motiviert haben soll und nun selbst am seidenen Faden hängt.

Bei all der Wut darf man nicht vergessen, dass es „wir“ sind und schon immer waren, die für den Erfolg solcher Firmen und dem entsprechenden Umgang mit Natur verantwortlich sind. Die Schuld jetzt rein auf eine Company abzuschieben wäre zu einfach. Oder was haben Sie heute morgen gefrühstückt? Wissen Sie, woher das Material Ihres PCs kommt? Wissen Sie, wie viele Kinder an Ihrer Kleidung beteiligt waren?

Eben.

Nackte Flugbegleiter?

Hier scheint sich eine Fluggesellschaft (Air New Zealand) endlich mal überlegt zu haben, damit die gelangweilten Passagiere auch mal wieder auf die Sicherheitseinweisungen der Flugbegleiter (früher: Stewards & Stewardessen) achten. Na, erkennen Sie’s? Auf den 2. Blick sieht man, dass die Flugbegleiter keine Fluguniform tragen, sondern eigentlich nackt sind. „Eigentlich“, weil statt der Kleidung die Körper entsprechende Bodypainting Kunst schmückt. So muss man(n) dann doch genauer hinschauen. Der Spot ist zudem geschickt inszeniert, da man(n) zumindest beim ersten Mal genauer hinaschaut – eventuell entdeckt man doch noch ein Stückchen nakte Haut oder erspäht die eine oder andere bloße Intimität. Eyecatcher total! Schauen Sie selbst!

Ein gut gemachter Sicherheitsfilm. Eine sehr gute Idee, wie ich finde.

Idee gesehen bei: Air New Zealand

P.S.: Bei dem Gedanken „Neuseeland“ könnt ich sofort meine Taschen packen und verreisen und für immer mein Leben auf dieser vermeintlich immergrünen Insel verbringen 😉

Die virale Idee überhaupt!

Ich hoffe, jetzt kommt keiner daher und sagt, „die Idee gab’s schon“ bzw. „die hatte ich auch schon gehabt“. Das sind Sprüche, die ich während meiner Zeit bei der Kreativagentur Tribal DDB ständig hören musste. Bis auf einmal, da hatte ich folgende gute Idee: Was, wenn man den Kundenwunsch „virale Idee“ sprichwörtlich viral umsetzt?

Beispiel: Damals hatte ich mir proaktiv für unseren Kunden www.brustkrebsdeutschland.de überlegt, wie man sowohl die Online- als auch die Offline-Welt eindringlich auf die Gefahr von Brustkrebs hinweisen kann.

Ich fand, dass eine Schocktherapie genau die richtige Mechanik sei. Hierfür wollte ich einen echten Computervirus entwickeln, der sich nach und nach von einem User zum anderen trägt und dort das System mit einem Virus bzw. im übertragenden Sinne mit einem Krebstumor infiziert. Nach und nach sollten dann die Auswirkungen des Tumors auf dem Rechner auch zum Vorschein kommen. Vor allem durch eine optische Veränderung des desktops auf welchem sich ein Geflecht nach und nach über den ganzen Bildschirm ausbreitet.

Der normale Internet- und Computernutzer würde erstmal von einem normalen, bösartigen Computervirus ausgehen und seine Antivirenprogramme starten. In unserem Falle täte der Brustkrebsvirus allerdings technisch nix Böses (ist gar nicht im Sinne des Ideengebers ;-)), vielmehr soll die optische Veränderung und die Hilflosigkeit bei der Fehlersuche den Betroffenen langsam aber sicher auf das Finale vorbereiten.

Im Idealfall schreibt auch die Presse über einen neuen Computervirus, für den es noch keinen Schutz gibt. Idealerweise ensteht ein Hype analog zum Panik-Szenario „Y2K“ – also der Zuspitzung zu einem (un)bekannten Stichtag – dem Finale.

Am Tag des Finales sollte es auf allen infizierten Rechnern zu einem „Ausbruch“ kommen. Besser gesagt zu einer allesklärenden Auflösung. Nicht der Systemabsturz war beabsichtigt, sondern es sollten ein paar klare Aussagen zum Thema Brustkrebs auf dem Desktop erscheinen. Die User richtig wachrütteln um auf die entsprechenden Gefahren hinzuweisen und einen Impuls zu einer vorsorgenden Untersuchung geben.

Nun noch zur Frage, wie sich der Virus verbreiten hätte sollen. Nun meine kreativen Ex-Kollegen hatten die passende Idee: Man nehme einen Musikstar (Kylie Minogue oder Anastacia) und lässt ihn exklusiv im Web einen Song veröffentlichen – gratis Download versteht sich. Es kann sich jeder denken, dass bei einem solchen kostenlosen Starangebot, der Songdownload (mit dem versteckten Virus) sehr gut genutzt wird und ruckzuck verbreitet ist. Jetzt noch ein wenig auf das selbstständige Weitersagen/ Weiterleiten warten und schon hat man eine nicht unrelevante Größe innerhalb der weiblichen Kernzielgruppe erreicht.

Das hätte sicherlich eine richtige Welle geschlagen. PR und Diskussionen ohne Ende. Sowohl rund um die Kampagne als auch – viel wichtiger noch – das Thema Brustkrebs. Ich fand und finde heute noch, dass das eine richtig gute Idee ist. Mal schauen, wann sie in dieser oder einer abgewandelten Form umgesetzt wird.

Diese Idee ist nicht bis ins Detail durchkonzipiert – über Anregungen freue ich mich freilich.

Sollte sich ein Creative Director die Idee hier ausleihen und anschließend deswegen nach Cannes fahren dürfen, freue ich mich natürlich über eine Einladung. Mindestens aber eine Kiste Bier.